Einführung (2006)
Nach dem Erfolg der Sommerakademie in 2005 hat es sich das Institut für Grundlagen des Rechts zur Absicht gemacht, auch dieses Jahr eine solche Veranstaltung zu juristischen Gegenwartsfragen mit rechtsphilosophischen Bezügen anzubieten. Diese Tagung führt der Verein Academia Philosophia Iuris e. V. für das Institut durch. Das Thema der Veranstaltung lautet:
„Die Idee des Sozialstaats
– conditio sine qua non der Freiheit der Weltbürger?“
Nach Art. 20 Abs. 1 des Grundgesetzes ist die Bundesrepublik Deutschland ein demokratischer und sozialer Rechtsstaat. Um die Aufgabe der Daseinsvorsorge zu erfüllen, hat der Staat bisher vor allem Sozialabgaben erhoben, die an den Tatbestand der Beschäftigung anknüpfen. In Zeiten dauerhafter Massenarbeitslosigkeit stößt diese Finanzierung öffentlicher Daseinsvorsorge an ihre Grenzen. Die Sommerakademie wird sich daher an ihrem ersten Tag mit der Frage beschäftigen, inwiefern die Änderung des gesellschaftlichen Rahmens dazu zwingt, dieses Modell des Sozialstaats durch ein anderes zu ersetzen. An den folgenden beiden Tagen klärt die Sommerakademie durch Diskussion von einführenden Referaten und in gemeinsamer Lektüre von klassischen rechtsphilosophischen Quellen und von aktuellen juristischen Texten die damit aufgeworfenen privatrechtlichen, öffentlich-rechtlichen und internationalrechtlichen Fragen.


